Benitz schlägt sensationell Tesfaye in Rekordzeit - Omelko läuft polnischen Landesrekord

(frka) Strahlendes Wetter und beste Bedingungen lockten zum Saisonstart viele Athletinnen und Athleten an den Schönbuchrand. Sie dankten es mit fünf Stadionrekorden sowie etlichen tollen Leistungen und sorgten damit in Breite und Spitze laut Meetingchef Thomas Jeggle für "das beste Meeting in der mittlerweile fast 30-jährigen Geschichte".

 

Im zweiten Versuch lief die weibliche U20-Nationalstaffel in 44,72 Sekunden zur Meetingbestleistung und damit zur U20-WM in Eugene. Das Highlight des Tages setzte Timo Benitz mit seinem Spurtsieg über Laufhoffnung Homiyu Tesfaye - er lief mit 2:16,90 Minuten die bisher weltbeste 1000 Meter-Zeit des Jahres. Zudem katapultierte er sich auf Platz elf der ewigen Deutschen Bestenliste und zog damit beispielsweise an 800 Meter-Olympiasieger Nils Schumann vorbei. Den Meetingrekord über 300 Meter stellte der Pole Rafal Omelko in 32,31 Sekunden (Weltjahresbestleistung) ein, während Fabienne Kohlmann im hart umkämpften Finish ihre eigene Bestmarke auf 1:26,10 Minuten verbessern konnte. Den vierten Rekord des Tages erzielte Elina Sujew über 3000 Meter in 9:04,30 Minuten.

Nina Braun, Gina Lückenkemper, Jessie Maduka und Lisa-Marie Kwayie (v.l.n.r., Foto: Werner Dreher)

Nationalstaffel der U20 löst WM-Ticket über 4x100 Meter

Die 4x100-Meter-Nationalstaffel der U20 mit Nina Braun, Lisa-Marie Kwayie, Gina Lückenkemper und Jessie Maduka löste in 44,72 Sekunden das WM-Ticket. Nachdem es im ersten Lauf noch verletzungsbedingt nicht reichte, legten die vier schnellen Mädels im zweiten Versuch erfolgreich alles in die Waagschale. Der Lehrgang in Pliezhausen unter Bundestrainer Alexander Seeger aus Gomaringen hat sich also gelohnt.

Benitz schlägt Tesfaye in einem packenden Finish über 1000 Meter. (Foto: wdr)

Sensationssieg: Timo Benitz schlägt Homiyu Tesfaye und läuft Meetingrekord!

2:16,90 Minuten - das ist der neue Meetingrekord über 1000 Meter in Pliezhausen. Das Männerfeld hatte die gesamte deutsche Spitze über 800 Meter um Hallenmeister Andreas Lange (LG Rheinbeck-Ohe), Junioren-Europameister Patrick Zwicker (LC Rehlingen) am Start. Als Homiyu Tesfaye seine Start zusagte, schien das Rennen klar strukturiert zu sein - wer sollte einen Athleten schlagen, der vor wenigen Tagen die 1500 Meter in 3:33,33 Minuten gelaufen war?

Es gab aber einen, der schneller war: Der junge Läufer heißt Timo Benitz von der LG farbtex Nordschwarzwald - bisher ein hoffnungsvoller "Youngster" auf der Mittelstrecke, aber kein Topathlet des Meetings. Er überspurtete Tesfaye (2:17,56 Minuten) und verbesserte den Meetingrekord (2:18,99 Minuten) um über zwei Sekunden! Auch wenn er es bisher nicht im Kopf hatte: Der junge Mann, der mit dem EM-Maskottchen "Cooly" der EM in Zürich eine Ehrenrunde drehte, sollte sich langsam über die EM in der Schweiz Gedanken machen!

Meetingrekord über 300 Meter wird eingestellt

Rafal Omelko hieß der Sieger über 300 Meter vor Kamghe Gaba (LG Eintracht Frankfurt). Er stellte den Meetingrekord des Tschechen Jiri Vojtik ein - auch er benötigte genau 32,31 Sekunden für diese Distanz. Damit lief der Pole Omelko Landesrekord über 300 Meter - und Weltjahresbestzeit. Thomas Schneider vom SC Magdeburg wurde in 32,80 Sekunden Zweiter.

Hürdenass Gregor Traber siegt über 80 Meter. (Foto: wdr)

Hürdenass Gregor Traber siegt über 80 Meter - Kamghe Gaba dominiert die 150 Meter

Lokalmatador Gregor Traber (LG Stadtwerke Tübingen) absolvierte als Sieger über 80 Meter in 8,86 Sekunden vor Romed Guischard (VfL Sindelfingen, 8,89 Sekunden) einen erfolgreichen Schnelligkeitstest. Beim Meeting in Weinheim wird er erstmals die 110 Meter Hürden laufen. In dieser Disziplin ist das EM-Finale der "Traum" der Saison. "Aber ich denke immer von Runde zu Runde. Im Hürdenlauf in der Spitze wird einem kein Fehler verziehen", gibt sich der Fünfte der diesjährigen Hallen-Weltmeisterschaften bescheiden. Über 150 Meter verzichtete er auf einen Start. Hier zeigte Kamgha Gaba, Olympiateilnehmer von der LG Eintracht Frankfurt, sein Können - er siegte in 15,80 Sekunden.

Maria Seifert präsentierte sich über 100 und 200 Meter stark

Sie ist die Hoffnungsträgerin der behinderten Sprinterinnen in Deutschland und mehrfache Medaillengewinnerin bei Paralympics. Maria Seifert aus Erfurt. Sie lief die 100 Meter in 14,46 Sekunden und wurde Zweite hinter der Tunesierin Sonja Monsiour. Die 200 Meter dominierte die blonde deutsche Sprinterin. Sie siegte in 30,80 Sekunden. Seifert hat eine halbseitige Spastik und startet in der "Schadensklasse der stehenden behinderten Sportler". Das Meeting in Pliezhausen ist für sie und ihre Kolleginnen ein Pflichttermin - und ein offizieller Normwettkampf für die Europameisterschaften, die für diese Athleten in Swansea/Wales stattfinden. Mit dabei sein will dort auch Claudia Nicoleitzik, Vierte über 100 Meter (15,39 Sekunden) und über 200 Meter.

Christiane Klopsch (LG ovag Friedberg-Fauerbach) siegt vor Fabienne Kohlmann (LG Karlstadt). (Foto: wdr)

Christiane Klopsch läuft knapp am Meetingrekord über 300 Meter Hürden vorbei

39,3 Sekunden! Ungläubig, aber überglücklich reagierte Christiane Klopsch (LG ovag Friedberg-Fauerbach) auf ihre Siegerzeit über 300 Meter Hürden. Sie siegte vor Fabienne Kohlmann (LG Karlstadt). Mit 39,3 Sekunden war sie über eine Sekunde schneller als vor einem Jahr. Damit kann sie die EM-Saison zuversichtlich angehen. Anschließend absolvierte sie noch einen zweiten "Trainingslauf" in 39,8 Sekunden.

 

Bei den Männern über 300 Meter Hürden triumphierte Silvio Schirrmeister (LAC Erdgas Chemnitz), Olympiateilnehmer von 2012 in 35,6 Sekunden. Im zweiten Lauf setzte er sogar noch einen drauf und verbesserte seine persönliche Bestmarke auf 35,3 Sekunden.

Fabienne Kohlmann verbessert ihren eigenen Meetingrekord über 600 Meter auf 1:26,10 Minuten. (Foto: wdr)

Meetingrekord durch Fabienne Kohlmann im Spurtduell

Im Hürdenlauf unterlag sie Christiane Klopsch, über 600 Meter zeigte Fabienne Kohlmann, die Deutsche Hallenmeisterin über 800 Meter, dass sie im Endspurt auf der Mittelstrecke nicht zu schlagen ist. Dabei verbesserte sie ihren eigenen Meetingrekord über 600 Meter auf 1:26,10 Minuten um zwei Zehntel. Die polnische Vizemeisterin Joanna Joswik wurde Zweite in ebenfalls ausgezeichneten 1:26,80 Minuten vor Christina Hering (LG Stadtwerke München, 1:27,12 Minuten). Mit der Zeit über 300 Meter Hürden war ich nicht zufrieden. Aber über 600 Meter hat sich gezeigt, dass ich gut in Form bin. In einem guten Rennen kann ich dieses Jahr an die 2-Minuten-Marke über 800 Meter heranlaufen", strahlte sie nach dem Sieg. Mit 2:00,50 Minuten wäre Kohlmann in Zürich dabei. "Das könnte ich schaffen. Das Halbfinale in Zürich - das wär doch was!"

 

Kurios: Bei den Männern wiederholte Patryk Dobek seinen Sieg und verpasste den Meetingrekord nur um eine Hunderstel! Die 1:15,78 Minuten machen ihm aber Hoffnung auf eine gute Saison. In Pliezhausen war nur der Pole Marcin Lewandowski in 1:15,77 Minuten schneller und wurde 2010 wenige Monate später Europameister.

Diana Sujew (Foto: kön)

Diana Sujew siegt über 1000 Meter - Elina Sujew läuft Meetingrekord über 3000 Meter

2:40,06 Minuten lautete die Siegerzeit im 1000-Meter-Rennen der Damen. Diana Sujew (LT Haspa Marathon Frankfurt) hatte das eindeutig beste Finish. "Es hat nicht ganz unter 2:40 Minuten gereicht, aber ich habe Annett Horna besiegt", kommentierte sie das Rennen. Nach 8:52,68 Minuten über 3000 Meter beim Läufermeeting in Berlin und dem Sieg in Pliezhausen scheint die Form aber zu stimmen für das Saisonziel: Diana möchte gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Elina, die über 3000 Meter in Pliezhausen in 9:04,30 Minuten einen neuen Meetingrekord erkämpfte, in Zürich im EM-Finale über 1500 Meter stehen.

Österreicher schlägt Deutschen: Andreas Vojta überspurtet Arne Gabius wie schon vor zwei Jahren auf der Zielgeraden. (Foto: wdr)

Andreas Vojta besiegte Arne Gabius in 7:53,80 Minuten über 3000 Meter

Packend war das Rennen über 3000 Meter. Bei 7:49,50 steht der nun über 20 Jahre alte Meetingrekord des Kenianers Thomas Lotik (Kenia). 7:53,80 Minuten lautete die Siegerzeit des Österreichers Andreas Vojta, der auf der Zielgeraden das bessere Finish hatte und Arne Gabius (7:54,25) knapp besiegen konnte. Bis zur 2000-Meter-Marke war das Feld dank der soliden Tempomacherarbeit von Vorjahressieger Simon Stützel (ART Düsseldorf) auf Meetingrekord-Kurs - dann ging es um Taktik und den Sieg. Dennoch war es eine sehr gute Zeit auf der schnellen Bahn im Schönbuchstadion.

Benedikt Karus gewinnt 2000 Meter Hindernis im Spurtduell

Er wurde 2012 Deutscher Meister über 3000 Meter Hindernis und scheint für die Saison 2014 gut gerüstet zu sein: Benedikt Karus (LG farbtex Nordschwarzwald). Er setzte sich im Spurt gegen den Österreicher Christian Steinhammer durch. 5:36,15 Minuten lautete seine Siegerzeit, die auf eine gute Leistung über 3000 Meter Hindernis schließen lässt.


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