04/29/13

Der Mensch im Mittelpunkt

Auch 2013 wieder am Start in Pliezhausen: Die besten deutschen Rollstuhlfahrer. (Foto: wdr)

(kön) Alle Menschen sind gleich. An Rechten. Auf der Laufbahn gilt das erst seit Kurzem. Als der beinamputierte Südafrikaner Oscar Pistorius bei den Olympischen Spielen 2012 in London im selben Lauf mit Nichtbehinderten an den Start ging, schrieb er Geschichte. Der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) will nun jedoch wieder eigene Läufe für Sportler mit Prothesen und solche ohne. Eine entsprechender Plan zur Regeländerung liegt vor. Von wegen gleich.

 

Ein Dorf am Schönbuchrand, hält nichts davon: Pliezhausen. Gleichberechtigung wird hier noch groß geschrieben. Beim 23. Internationalen Läufermeeting ist es erlaubt, nein sogar ausdrücklich gewünscht, dass auch Athleten mit Behinderung an den Start gehen. „Es wird für Läufer mit Prothesen und anderen Beeinträchtigungen keine extra Läufe geben. Sie starten mit den anderen Athleten gemeinsam. Es ist doch reizvoll, wenn alle die gleichen Bedingungen haben und sich so einmal messen und in anderer Form präsentieren können", erklärt Meetingchef Thomas Jeggle. Denn: Der Mensch und seine Leistung sollen im Mittelpunkt stehen, nicht aber seine Behinderung.

 

Nach der erfolgreichen Premiere vor zwei Jahren, werden 2013 auch wieder Rollstuhlrennen ins Programm integriert. Die besten deutschen Rollstuhlfahrer reisen mit Bundestrainerin Marion Peters nach Pliezhausen. Auf der frisch sanierten Bahn des Schönbuchstadions werden sie ihre Form über 300 und 600 Meter testen. Damit sind die "Krummen Strecken" ein verbindendes Element zwischen Spitzensportlern mit und ohne Behinderung. Dass nicht einmal Cäsar es schaffen würde, das zu ändern, haben schon die Gallier bewiesen. Beim Teutates!