05/02/18

Die ersten Hürden nach Berlin stehen in Pliezhausen

Über die Hürde Pliezhausen nach Berlin: Dieses Ziel verfolgen europäische Topathleten diese Jahr. (Foto: wdr)
Stets ein gern gesehener Gast im Schönbuchstadion: Georg Fleischhauer. (Foto: kön)
Auch die Nachwuchs-sprinterinnen sind wie jedes Jahr zu Gast in Pliezhausen. (Foto: kön)

PLIEZHAUSEN (frka) Pflichttermin seit vielen, vielen Jahren für das Nationalteam um Hürden-Bundestrainer Volker Beck: Das Läufermeeting im Schönbuchstadion. So auch in diesem Jahr. Pliezhausen ruft, der DLV-Hürdenkader reist an. Und trifft dort zum Einstieg in die Saison erneut auf hochklassige internationale Konkurrenz.

Zehn Hürden. Eine Stadionrunde. Höchste Konzentration. So lautet normalerweise die Formel im 400-Meter-Hürdenlauf. Nicht so beim“ Meeting der krummen Strecken“ in Pliezhausen. Denn dort stehen es zum Auftakt in die Freiluftsaison zunächst lediglich acht Hürden auf 300 Meter verteilt. Nach dem Frühjahrs-Trainingslager in Südafrika gilt seit Jahrzehnten das Ritual: Der Saisoneinstieg erfolgt am Schönbuchrand.

Gibt es ein Wiedersehen im Olympiastadion?

Das große Ziel 2018 lautet: „Zehn Hürden für die EM-Qualifikation nach Berlin“. Auch Lokalmatador Felix Franz (LG Neckar Enz) will bei den Europameisterschaften im August im eigenen Land am Start stehen. Und bestenfalls nicht nur im Vorlauf… Seine Bestzeit von 48,96 Sekunden (über die 400 Meter Hürden) ist eine europäische Top-Zeit. Nach vielen Krankheiten und Verletzungen kämpfte sich der Sportsoldat und Student an der Fern-Uni (Verfahrenstechnik) nun wieder zurück auf der Bühne des Leistungssports und will sich für die EM im eigenen Land qualifizieren.

National wird er sich in Pliezhausen über 300 Meter Hürden mit zwei Athleten der LG Eintracht Frankfurt messen: Routinier Georg Fleischhauer, Sechster der EM 2012 in Helsinki, weist eine Bestzeit von 48,72 Sekunden vor. Auch er will seine Erfolge junger Jahre noch nicht ruhen lassen und für die EM im eigenen Land nochmal angreifen. Ein junges, aufstrebendes Talent wechselte im Oktober 2017 zur LG Eintracht Frankfurt: Der Deutsche U23-Meister Joshua Abuaku (Bestzeit: 50,84 Sek.). „Ich will nach Berlin und das erfordert eine weitere Professionalisierung des sportlichen Umfeldes und meines Trainings“, sagt der 22-Jährige Sportsoldat mit ghanaischen Wurzeln.

Internationale Konkurrenzkommt aus dem Nachbarland Polen: Patryk Dobek dürfte den deutschen Langhürdlern ein Begriff sein. Der Junioren-Europameister von 2015 kann eine Top-Bestzeit von 48,40 Sekunden vorweisen.

Auf 300 Metern über acht Hürden werden die Karten zum Auftakt in die EM-Saison 2018 in Pliezhausen neu gemischt. Und vielleicht kommt es ja drei Monate später über 400 Meter Hürden zu einem Wiedersehen im Berliner Olympiastadion.

Nachwuchssprinterinnen starten erneut doppelt

Auch Sprint-Bundestrainer Alex Seeger aus Gomaringen ist seit Jahrzehnten Stammgast beim Pliezhäuser Meeting. Er ist für die Nationalstaffeln der Damen der U20 über 4x100-Meter verantwortlich. 2014 und 2016 gewannen die Nachwuchssprinterinnen in dieser Disziplin jeweils die Bronzemedaille bei den U20-Weltmeisterschaften. Ein Lehrgang des Nationalteams in Gomaringen und Pliezhausen mit zwei Staffel-Starts in Pliezhausen ist ebenfalls Tradition. Man sieht also: Wer in Berlin starten will, muss hart trainieren und in Pliezhausen seine Visitenkarte abgeben. Wer dort schnell läuft, hat gute Chancen auf eine erfolgreiche Bahnsaison. Auch das ist eine jahrelange Meeting-Erfahrung.