07.05.2022

Portrait „Stammgast“ Volker Beck: 100 Prozent Leidenschaft für die Langhürden

Ehrung für einen besonders treuen Gast im Schönbuchstadion: Meeting-Chef Thomas Jeggle überreicht Volker Beck eine Collage seiner Pliezhausen-Momente. Foto: Werner Dreher

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PLIEZHAUSEN (ft). Ohne 400-Meter-Hürden-Bundestrainer Volker Beck wäre das Internationale Läufermeeting in Pliezhausen um einen Höhepunkt ärmer, hieß es in einem früheren Bericht. Seit seinem ersten Besuch 1999 ist zwischen Beck und dem Meeting eine besondere Bindung gewachsen. Im Mai 2022 verabschiedet sich der Leitende Bundestrainer für Sprint und Langsprint im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nun in den Ruhestand. 

Vom Weltklasseathleten zum Vorbild und Bundestrainer

Europapokalsieger, Platz zwei im Weltcup und als Krönung Olympia-Gold 1980 im 400 Meter-Hürdenlauf: Als Athlet gehörte Volker Beck zur absoluten Weltspitze. Als 12-Jähriger zog der gebürtige Nordhäuser in das Sportinternat nach Erfurt, um sich seinen Olympiatraum zu erfüllen.

Dort reifte er zum Weltklasseathleten, der die Passion für die Stadionrunde verkörperte wie kaum ein Zweiter. Diese Leidenschaft vermittelt er als Trainer weiter, ab 1991 zunächst im Jugend- und später im Aktivenbereich des DLV. 

100 Prozent Einsatz und immer auf Seite der Athleten

Seine Athleten wissen diesen unermüdlichen Einsatz sehr zu schätzen. So auch Christian Duma, der unter Heim- und Bundestrainer Beck bis 2009 aktiv war: „Er hat von seinen Athleten immer hundertprozentigen Einsatz erwartet und diese einhundert Prozent aber auch durch seine genaue Arbeit und ehrgeizige Einstellung als Trainer wieder zurückgegeben“, sagt der 40-Jährige.

Der elf Jahre jüngere Felix Franz („Ich hatte das Glück ihn zehn Jahre als Bundestrainer zu haben.“) spürte in jeder Minute auf dem Platz, „dass er diesen Sport liebt und lebt und mit ganzem Herzen dabei ist.“

Dabei hatte Beck in seiner Amtszeit oft einen Spagat zu meistern zwischen verschiedenen Rollen und Funktionen. Dass es ihm trotz großer Trainingsgruppen und unterschiedlichen Typen gelungen ist, auf jeden individuell einzugehen und zu fördern, hat ihn laut Duma besonders ausgezeichnet.

Franz ergänzt, dass Beck trotz seiner hohen Verbandsfunktion immer auf Seite der Athleten stand, auch in schwierigen Phasen: „Er hat sich immer für die Athleten stark gemacht und gekämpft!“

„Diese Ausstrahlung ist einzigartig!“

Der zwischenmenschliche Umgang kam nie zu kurz. Offen, warmherzig und ehrlich beschreibt ihn Franz: „Diese Ausstrahlung ist einzigartig!“ Sie habe ihm immer viel Rückhalt und Kraft gegeben bei nationalen und internationalen Wettkämpfen.

Beck kann Athleten motivieren, über ihre Grenzen zu gehen. Trotz des hohen Anspruchs und der disziplinierten Haltung blieb der Spaß nicht auf der Strecke, betont Duma, da „Volker mit seiner humorvollen und lockeren Art immer einen lustigen Spruch auf den Lippen hatte.“

Teamplayer mit Herz für die Heimat und den Nachwuchs

„Nur als Team können wir den deutschen Sprint weiterentwickeln“, sagte Beck bei seinem Amtsantritt als Leitender DLV-Trainer – und ließ Taten folgen. Es ist ein starkes Team zusammengewachsen aus interdisziplinären Experten und Heimtrainern, die sich gegenseitig ergänzen. Bester Beleg: vier deutsche Olympia-Halbfinalisten in Tokio. Die Langhürden-Disziplin ist so gut aufgestellt wie lange nicht – und Beck trägt einen großen Anteil daran. 

In rund 50 Jahren hat Beck sechs Olympische Spiele hautnah erlebt. Seiner Heimat ist er stets verbunden geblieben. Ex-Athlet Duma erinnert sich gerne an die Saisonausklänge im thüringischen Sondershausen, einmal sogar inklusive Besuch der Schwiegereltern.

Ob als Sportbotschafter des Landkreises Nordhausen, bei Treffen mit Nachwuchsathleten am Gymnasium Erfurt oder bei Tagen der Leichtathletik mit diabeteskranken Kindern in seinem Heimatort, Volker Beck ist bodenständig und nahbar geblieben. 

Letzter Besuch in „offizieller Mission“ – und auf ein Wiedersehen

Volker Beck hat als Athlet, Trainer und Persönlichkeit den Langhürdensprint geprägt und gelebt. Sein 23. Besuch beim Läufermeeting wird der letzte in „offizieller Mission“ sein. Im Ruhestand bleibt nun mehr Zeit für Doppelkopfrunden, die in vielen Trainingslagern für Stimmung sorgten. Mitspieler finden sich bestimmt auch unter den Pliezhäusern, die ihn auch in Zukunft herzlich im Schönbuchstadion willkommen heißen werden – am liebsten auch zum 25-jährigen Jubiläum der gemeinsamen Geschichte in zwei Jahren.

Hintergrund: Christian Duma (TSV Friedberg-Fauerbach, LG Eintracht Frankfurt) trainierte seit dem Jugendalter unter Beck, der auch sein Heimtrainer war. Drei Mal wurde Duma zwischen 2003 und 2005 Deutscher Meister über 400 Meter Hürden. Er erreichte 2005 das WM-Halbfinale. 

Felix Franz (LG Neckar-Enz) war zehn Jahre unter Bundestrainer Beck aktiv. Der zweimalige Deutsche Meister über 400 Meter Hürden (2014, 2016) erreichte als EM-Fünfter 2014 mit Bundestrainer Beck einen seiner größten internationalen Erfolge.

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