05/11/13

Die Schönbuchläufe mögen beginnen

Start frei zu den "einigartigen 'Krummen Strecken'" von Pliezhausen. (Foto: wdr)

(frka) Deutsche Athleten im Fokus des Interesses: Das Meeting der "Krummen Strecken" ist schon lange national und international bekannt. Bei der 23. Auflage darf sich das Meeting über besondere Aufmerksamkeit der deutschen Topathleten freuen. Es haben allein fünf Bundestrainer des Deutschen Leichtathletikverbandes ihre Kaderathleten zum Saisonauftakt gemeldet.

 

Andererseits gibt es dieses Jahr in Berlin erstmals ein Meeting, das ebenfalls krumme Strecken zum Saisonauftakt anbietet: „Die krummen Strecken sind nun kein Unikat mehr in Deutschland, aber in Pliezhausen weiterhin einzigartig“, sagte Ulrich Metzger, Vorsitzender des LV Pliezhausen 2012.

 

Henning von Papen, Bundestrainer der Mittelstreckler, sieht die Veranstaltung in Berlin mit gemischten Gefühlen: „Vor 20 Jahren hätte ich es gut gefunden, dass es mehrere solcher Meetings gibt. In den letzten Jahren ist die Leistungsdichte im Topbereich aber sehr dünn. Da ist es aus sportlicher Sicht nicht optimal, wenn sich die wenigen Topleute noch auf mehrere Rennen verteilen.“ Für Meetingchef Thomas Jeggle sind eine bessere Kommunikation untereinander und eine gemeinsame Termingestaltung hochklassiger Meetings essentiell, um die Sportart Leichtathletik im Interesse der Athleten zu gestalten und diese besser in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Neben dem Mittelstreckenkader hat auch Volker Beck seine besten Athleten gemeldet: Über 300 Meter Hürden sind die Top-Zeitläufe der Männer und Frauen „zu 90 Proent eine Neuauflage der letztjährigen Finalläufe der Deutschen Meisterschaften über 400 Meter Hürden“, erklärt Thomas Jeggle.

 

Alexander Seeger aus Gomaringen testet seine 4x100-Meter-Staffel erneut im Schönbuchstadion. Außerdem hat auch Volker Kofferschläger, Bundestrainer der 400-Meter-Läufer, einige seiner Kaderathleten für die Sprintdistanzen bis 300 Meter gemeldet.

 

Summa summarum werden 15 amtierende deutsche Meister und zehn nationale Meister aus anderen Nationen ihre Visitenkarte in Pliezhausen abgeben. Auf die vielfach gestellte Frage, warum die Mittelstreckler international nicht um Medaillen mitlaufen, antwortet von Papen optimistisch: „Die jungen deutschen Athleten sind besser als ihr Ruf“. Die internationale Messlatte sei aber in der Tat hoch.

 

Sonja Mosler zeigte im Gespräch klare Vorstellungen ihrer sportlichen und beruflichen Zukunft. Ihre Absage bedauert sie. „Aber ich bin nach einer Zerrung vor zwei Wochen noch nicht ganz in Form und wenn ich laufe, will ich richtig gut sein! Aber ich nutzte den Lehrgang für den Aufbau und werde meine Kollegen als Zuschauerin unterstützen.“

 

Sebastian Keiner vom Erfurter LAC startet bereits zum dritten Mal in Pliezhausen. 2009 wurde er Achter der U23-Europameisterschaften über 800 Meter, seine Bestzeit steht bei 1:45, 98 Minuten. Sebastian Keiner hat eine Durststrecke hinter sich. „Aber nun habe ich ein gutes Wintertraining hinter mir und will wieder angreifen. Diese Saison laufe ich verstärkt die 1500 Meter“ erklärt der Student für Ingenieur-Informatik. Momentan liegt der Fokus aber auf dem Sport. Auch wenn die WM-Normen hoch liegen, will sich Keiner daran versuchen. Über 1500 Meter sind 3:35,00 Minuten gefordert, über 800 Meter 1:45,30 Minuten.

 

Ebenso wie im Sport selbst müssen auch Veranstaltungen wie das Meeting immer verbessert und weiterentwickelt werden, erklärt Ulrich Metzger. Er setze auf Kontinuität und auf Flexibilität für Neues. Beim Läufermeeting ebenso wie im täglichen Vereinsleben.

 

Neu ist dieses Jahr, dass körperbehinderte Läufer in den „normalen Wettbewerben“ starten können. Prominenteste Teilnehmerin ist die Bronzemedaillengewinnerin der Paralympics über 200 Meter: Maria Seifert aus Erfurt. Und auch die besten deutschen Rollstuhl-Rennfahrer werden in Pliezhausen starten und setzen auf das “Konzept der krummen Strecken“.

 

160 Helfer werden ehrenamtlich im Einsatz sein. „Unser neuer Verein ist zu einer funktionierenden Einheit geworden“. Aufbruchsstimmung prägt also die Stimmung in den Tagen vor dem 23. Internationalen Läufermeeting. Die Vorfreude auf den ersten Startschuss steigt!