05/05/16

Über zehn Hürden musst du geh'n - oder erstmal nur acht

Erst Pliezhausen, dann Rio: Für Georg Fleischhauer stehen die Saisonziele fest. Quelle: Screenshot georgfleischhauer400h.de

PLIEZHAUSEN (frka/kön) "Zehn Hürden, ein Ziel – Olympia" So ist es auf der Homepage des Hürdensprinters Georg Fleischhauer (LG Eintracht Frankfurt) zu lesen. Über zehn Hürden muss er also geh'n. Wer jetzt noch keinen Ohrwurm hat, klicke hier. Der EM-Sechste von Helsinki 2012 hat seine Bestzeit über 400 Meter Hürden 2011 aufgestellt: die Stadionrunde mit Hürden überquerte er damals in 48,72 Sekunden.

 

Für die bevorstehende olympische Saison hat er seine Ziele eindeutig formuliert: "Sieg bei den Deutschen Meisterschaften. Qualifikation für die Europameisterschaften und Olympia und eine Steigerung seiner Bestzeit auf 48,50 Sekunden."

 

Nach einem Trainingslager in Südafrika wird sein erster Start über 300 Meter Hürden im Schönbuchstadion in Pliezhausen erfolgen. Hier ist er mit dem DLV-Bundeskader der Langhürde um Bundestrainer Volker Beck am Start. Beck hält dem Meeting seit vielen Jahren die Treue und unterzieht seinen Kader hier jährlich einem ersten wichtigen Leistungstest. Die Norm für die Olympischen Spiele von Rio liegt aktuell bei 49,40 Sekunden.

Sehr knapp ging es vor einem Jahr bei den Frauen über 300 Meter Hindernis zu: Gleich drei Athletinnen liefen nach 40,8 Sekunden ins Ziel. Foto: wdr

Lokalmatadorin und EM-Achte

Eine kurze Anreise hat die Favoritin im Wettbewerb der Frauen über 300 Meter Hürden. Vorjahressiegerin Jackie Baumann startet für den LAV Stadtwerke Tübingen. Und sie denkt gerne an ihren Sieg und das Jahr 2015 zurück. Zuerst gelang der Sieg über ihre damals stärkste Konkurrentin Christiane Klopsch in Pliezhausen, dann lief sie ihre Bestzeit über 400 Meter Hürden im wichtigsten Rennen der Saison. Mit 56,62 Sekunden stürmte sie im Halbfinale der U23-EM in Helsinki ins Finale und wurde dort Achte.

 

Wenige Wochen später wurde die Tochter von Olympiasieger Dieter Baumann in Nürnberg erstmals Deutsche Meisterin über 400 Meter Hürden.

Doch die junge Tübingerin, die von Mutter Isabell und Sven Rees betreut wird, will ihren eigenen Weg gehen und ihre eigene Karriere vorantreiben. „Mein Vater ist für mich ein Vorbild und mehr nicht“, sagt sie. Gerne würde sie ihren Sieg vom Vorjahr beim „Meeting der krummen Strecken“ in Pliezhausen wiederholen.

 

EM-Bronze mit der Staffel

Dabei bekommt sie es 2016 mit der Polin Joanna Linkiewics zu tun. Linkiewics kann eine Bestzeit von 55,89 Sekunden über 400 Meter Hürden vorweisen und ist auch schon international in Erscheinung getreten. Sie gewann mit der polnischen Nationalstaffel über 4x400 Meter bei den Europameisterschaften in Zürich die Bronzemedaille.

 

In Pliezhausen sind es acht Hürden, die für den Sieg über 300 Meter Hürden überquert werden müssen. Es wäre ein erster Schritt zu den großen Zielen der Saison 2016.