05/10/14

Lokalmatador Arne Gabius: Erst Meetingrekord in Pliezhausen dann EM-Titel?

Vor drei Jahren unterlag Arne Gabius (rechts) dem Österreicher Andreas Vojta im Zielsprint. (Foto: Werner Dreher)

PLIEZHAUSEN (kön) Er gehört zu den besten deutschen Langstreckenläufern, ist Vize-Europameister über 5000 Meter und seit März auch erfolgreicher Halbmarathonläufer: Arne Gabius. Sein 'Jahresplan' soll ihn im Sommer in Zürich wohl zum EM-Titel führen. Die Form stimmt absolut. Vor knapp einer Woche lief er beim Meeting im amerikanischen Stanford die schnellste Zeit eines deutschen Athleten über 10 000 Meter seit zwölf Jahren: 27:55,35 Minuten. Schneller lief zuletzt nur sein ehemaliger Trainer, Dieter Baumann.

 

Selbstredend, dass er mit dieser Zeit - 40 Sekunden unter der Norm des Deutschen Leichtathletikverbands (DLV) für Zürich und Rang zwölf in der ewigen deutschen Bestenliste - "absolut zufrieden ist". Und: "Ich freue mich, dass ich zum ersten Mal eine 10 000 Meter auf der Bahn durchgelaufen bin." Es sei lediglich schade, dass er inzwischen in die USA fliegen müsse, um gute (Bahn-)Rennen zu finden.

Pliezhäuser Meeting liegt günstig

Der Höhepunkt für den Vize-Europameister über 5000 Meter (2012) bleibt ganz klar die Europameisterschaft in Zürich. Darauf ist sein "Jahresplan" zugeschnitten, das Meeting von Pliezhausen liegt für ihn zu einem "sehr günstigen Zeitpunkt".

 

Und so liefen Jahr und Plan des Arne Gabius bisher: Durchwachsener Start in der Halle. Das Ziel lautete, in Karlsruhe den 19 Jahre deutschen Rekord von Dieter Baumann (7:37,51 Minuten) zu brechen. Er scheiterte in 7:54,68 Minuten. Anschließend folgte eine Erkältung. Also fiel das laut 'Jahresplan' zweite Saisonrennen (Birmingham) aus.

"Ballereinheit": 15x1000 Meter in 2:41 bis 2:43 Minuten

Seither läuft es wieder ganz nach Plan. Sein Halbmarathon-Debüt in New York bezeichnete er selbst als "ein Highlight in meiner Karriere". In 62:09 Minuten hatte er einen sehr guten achten Rang erzielt. Es folgten Trainingslager in der Schweiz (St. Moritz) und Kenia.

"Nach den längeren Wettkämpfen gilt es nun, an der Schnelligkeit zu arbeiten", sagt Arne Gabius. Also, wirklich schnelle Bahneinheiten absolvieren. Und das geht etwa so: 15x1000 Meter in 2:41 bis 2:43 Minuten mit je zwei Minuten Pause. Sein Fazit der "Ballereinheit": "Die ersten zehn Läufe waren einfach klasse, es rollte und ich musste bremsen, um nicht zu schnell anzugehen", schreibt er auf seiner Homepage.

Ein echter Leckerbissen am Schönbuchrand

Die "Krummen Strecken" am Schönbuchrand sind für den Tübinger natürlich ein echtes Heimspiel. Schon mehrfach war er dort an packenden Läufen beteiligt. Eine Testmöglichkeit unter Wettkampfbedingungen im EM-Jahr bietet ihm auch 2014 wieder der internationale Vergleich im Schönbuchstadion. "Ich will schnell laufen in Pliezhausen", sagt der 33-Jährige.

Die Zuschauer dürfen also am 18. Mai einen echten Leckerbissen der Leichtathletik erwarten: das Rennen über 3000 Meter um 16.35 Uhr. Arne Gabius will nicht ankündigen, ob der Meetingrekord nur wackelt oder fällt. Dieser ist im Übrigen auch 20 Jahre alt und steht bei ausgezeichneten 7:49,50 Minuten (Thomas Lotik, Kenia). Aber: Das Rennen schnell machen, das will er auf jeden Fall. Natürlich vor allem, damit es endlich wieder ein gutes Bahnrennen in Deutschland zu sehen gibt. Ginge es nach Gabius, wäre das der Plan.